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Ergebnisse aus Erfahrung

vor 7 Tagen
6 Min. Lesezeit
Leuchtende Fensterbilder in einer glasklaren Kuppel, Farbe über Farbe, Erfahrung über Erfahrung, von Licht durchströmt.

Wenn Erlebnisbilder den Blick färben


Erinnerst du dich noch an die Unendliche Geschichte. Als Bastian im Estrich am Boden gelegen hat und auf einmal die Geschichte miterlebt hat. Ich möchte dich heute mitnehmen in eine andere Welt. Eine Welt aus Farben Bildern, Glas und Licht. In eine Kugel, wie eine Schneekugel, aus unzähligen Fenstern. Manche reichen bis an die Decke, manche sind kaum grösser als eine Hand. Auf jeder Scheibe liegen Farben. Bilder über Bilder, Schichten über Schichten, manche kaum sichtbar, andere so kräftig, dass der Blick sofort daran hängen bleibt.

In der Mitte der Halle ein Tisch mit einem Glas Wasser, Pinseln, alten Farbschalen, Resten von Rot, Blau, Gelb, Grün. Wer schon einmal mit Wasserfarben gemalt hat, kennt diesen Moment. Anfangs bleibt das Wasser klar. Dann löst sich Farbe vom Pinsel, wird ausgespült, kommt wieder hinein, bis irgendwann alles in dieses müde Braun fällt, das nach zu viel Mischung aussieht.Doch diese Kugel sieht anders aus. Buntgemischt zeigen sich die einzelnen Farben und verbinden sich zu endlos vielen Farbspektren und Schattierungen. Ganz anders als erwartet vermischen sich die Farben kaum zu einer trüben glanzlosen Einheit. Farben über Farben bleiben leuchtend individuell. Die Bilder der  Erlebnisse die sich über Erlebnisse reihen  vermögen kaum die Farben zu verdunkeln. Diese vielen Herausforderungen in Erfahrungen über Erfahrungen müssten den Blick doch schwer machen?

Doch selbst auf deine Scheibe auf der besonders viele Bilder liegen fallen die Lichtströme als wären die Bilder aus Buntem Glas gemalt.

Der Schein leuchtet durch all die Farben, nimmt ihre Kannten mit, bricht sich an manchen Stellen, verliert sich kurz in dunkleren Flächen, und findet daneben einen freien Durchgang. All diese Fenster, ein Ganzes Lebenswerk. Einige Bereiche tragen alte Bilder, andere fast nur das klare Glas einer Fensterscheibe.

Manche Bilder ziehen den Blick zu sich, andere bleiben im Hintergrund. In einem Fenster erkennst du  Bilder die dich an Überforderungen erinnern. Es trägt schwere deckende Farben mit  Farbrändern. Daneben eines mit kräftigen Linien indem Wut liegt. Traurigkeit legt sich weich und tief über eine andere Fensterscheibe. Weiter oben zeigt sich ein Fenster mit Bildern von Zufriedenheit. Es ist kaum bemalt, zart durchscheint das Himmelblau von draussen die Bilder und lassen sie in einer ganz besonderen Energie erstrahlen. Hier ein Bild ein Weihnachtsgeschenk als kleines Kind, du warst so glücklich und strahlst, die restliche Fläche ist leerer als erwartet, und gerade dadurch so hell, dass der Blick erst langsam hineinfindet.

Nun beginnt sich etwas zu verschieben. Das Leere wirkt weniger arm. Das Volle wirkt weniger endgültig. Die dunkle Scheibe steht da, sie nimmt ihren Platz ein, sie trägt würdevoll die Farben der Geschichte aus der sie entstanden ist. Erinnerung die getragen werden mussten beinhalten nur diesen einen Platz. Daneben bleibt anderes offen, zieht Licht darüber und darunter bewegt sich der Schein. Das Ganze zieht sich über die ganze Kugel, viel grösser als dien Blick erfassen kann.

Die Farben fangen an sich zu bewegen, sie Verschieben sich und machen den Blick frei für ein Fenster das aussieht wie ein ganz altes Abgewetztes Holzfenster aus uralten Zeiten. Die Bilder sind dort noch dichter beieinander und übereinander. Manche haben flecken, andere sind so verblasst, dass kaum noch was zu erkennen ist. Dort, wo der Blick zu lange sucht, entstehen wie von selbst Geschichten. War dieses Bild zuerst da? Kam jenes später dazu? Gehört diese Farbe zu diesem Erlebnis, oder hat sich ein anderes darübergelegt? Schau mal auf der alten Hölzernen Fensterbank liegt etwas. Es leuchtet schwach, als käme der Schein aus den Holzfasern selbst. Es sind Worte die eine Stimme des Feldes wahrnehmen lassen.


♾️✍🏼 Ja, sicher macht es Sinn, dir das dunkle Fenster mal anzuschauen, zu sehen, was du noch erkennst und was davon du vielleicht ablegen, abgeben oder vernichten könntest.

Doch dieses Bild funktioniert nicht nur auf der materiellen Ebene. Es wird nicht dunkler und dunkler und dunkler, wie das dreckige Fenster, das du nie gereinigt hast.

Jedes Mal, wenn du an diesen Herausforderungen gearbeitet und Vergebung und Erlösung in einer Situation gefunden hast, wird dieses Bild aus der Energie gelöscht. Die Farben lösen sich auf und das Fenster wird ein bisschen heller.

Dazu brauchst du es nicht zu suchen und zu finden. Du brauchst dich nicht damit zu beschäftigen, sie alle wegzunehmen und was du noch nicht lösen kannst, wieder hinzukleben. In deiner Energie geschieht es wie von selbst. ✍🏼♾️


Diese Worte klingen leicht, fast zu leicht, wenn vorher viele Jahre was anderes gelernt wurde. In vielen therapeutischen Räumen liegt der Weg im Zurückblicken, im Wiederfinden und Durchleben dessen, was aus dem Vordergrund verschwunden war.

In der Kugel beginnt eine dunkle Scheibe zu schimmern. Doch da ist kein Bild das sich sichtbar abhebt. Es gibt auch keine Hand die etwas herunter nimmt. Kein Ursprung der gefunden werden muss.  Und doch verändert sich der Schein. Das Dunkel verliert seine Dichte. Der Rand verwischt sich im Licht dahinter und was vorhin noch dunkel und schwer gewirkt hat, hat sich aufgelöst.

In der Kugel beginnt es dunkel zu werden. Der Raum verändert seine Temperatur. Die Farben verlieren ihre klaren Ränder. Der Boden wirkt tiefer, die Kuppel höher, die Kugel begrüsst die Nacht. Eine tiefschwarze Nacht kann alles verbergen, was Sicherheit und Orientierung gibt. Konturen verschwimmen, Bilder verblassen, Wege treten zurück, der Horizont löst sich auf. Nur noch der Mond steht hoch über der Kugel. Nimmt er der Dunkelheit etwas weg? Gibt er ihr etwas zurück?

Er beleuchtet ganz sanft die vielen bunten Bilder, die nun fast matt und farblos kaum noch was erkennen lassen. Das ist alles was er kann. Darin liegt seine ganze Kraft.

Die Nacht bleibt Nacht. Schwarz bleibt schwarz. Doch die Erfahrung, die daraus Bedrohung macht, hebt sich langsam von den Bildern ab. All den Hunger, die Verluste, Konsequenzen, und der Schmerz. All die Sorgen um Obdach, Nahrung, Schutz, Zukunft, und Gesundheit. All die Bilder verlieren in der Dunkelheit die Farben, bis sie kaum mehr wahrzunehmen sind, als Gefahr.


Doch der Mensch kreiert aus einer Nacht Bedrohung. Erzeugt aus Dunkelheit Gefahr, aus Ungewissheit wird Verlust. Und aus Schmerz wird eine Geschichte, die sich auf ein Fenster legt und den Schein verfärbt.

Der Mondschein kann daraus keine helle Wiese machen. Er löscht die Dunkelheit nicht einfach aus. Doch er vermag zu zeigen, dass Schönheit und Frieden in ihr stehen kann, sobald Bewertung ihren Griff verliert. Mit seinem Leuchten schenkt er den Sternen ihr funkeln und eine Fensterscheibe, die eben noch schwarz wirkte, trägt auf einmal Tiefe.

Die Kugel bleibt still.Für einen Moment bleibt nur der Schein. Die Fenster, die Nacht, der Mond, und zwischen allem dieser Gedanke, dass Ergebnisse aus Erfahrung manchmal sehr viel älter wirken als das Erlebnis selbst.


Ergebnisse aus Erfahrung in alten Räumen

Weisst du es erinnert mich so an meine Hypnosetherapieausbildung. Diese dunklen Felder tauchten immer wieder auf. Eine riesige Spielwiese aus inneren Wegen, Türen, Räumen, Kellern, Speichern, inneren Kindern, alten Bildern. So vieles kann mit Hypnose geöffnet werden. So vieles bekommt Bedeutung. Und manchmal stand ich innerlich vor einer Wiese, über die längst Gras gewachsen wäre. Doch die Methode hat gebeten die Wise wieder aufzureissen.

Mein Lehrer sagt immer wieder: In jedem Erlebnis sind Rosinen. Doch Rosinen die in der Erde gelegen haben, sind auch nicht mehr lecker und sie lassen auch keine neuen Pflanzen mehr wachsen.

Diese Antwort mag eine gewisse Frechheit in sich halten ja. Doch Ehrlichkeit ebenso. In der Kugel bekommt sie ihren Platz. Denn ich die Worte die mich hier aus dem Feld erreicht haben sind auf ihre Art auch stille Zeugen für manche Bilder. Welche die keine neue Bühne brauchen. Für Geschichten die kein weiteres Durchwühlen brauchen. Manche Fenster tragen ihre Farben längst so, dass der Ursprung des einzelnen Strichs kaum mehr Bedeutung findet.


Energie geht anders vor als der Verstand. Sie blättert nicht durch alte Archive. Sie sucht keine Nummer auf jedem Erlebnisbild. Sie kennt Verbindungen über Farbe, Schwingung, Nähe. Sie wirkt über die Art, wie ein Bild in einem anderen mitschwingt. Wenn an einer Stelle Vergebung entsteht, verliert an anderer Stelle eine alte Farbe ihren Halt. Wenn in einer heutigen Erfahrung Erlösung geschieht, wird ein Bild heller, das längst unter dem Gras begraben liegt.


So entstehen Ergebnisse aus Erfahrung. Ein Erlebnis bleibt selten bloss ein Erlebnis. Es nimmt Farbe auf. Es bekommt Nähe zu anderen Bildern. Es wird Teil eines Fensters, durch das später geschaut wird. Daraus wachsen Reaktionen, Erwartungen, Furcht, Vorsicht, manchmal auch Vertrauen. Der Mensch hält oft nur für Wirklichkeit, was durch so viele Schichten bestätigt wurde. Ergebnisse und Erfahrung haben eine gefärbte Energie. Sie können aus Schutz entstehen, aus Schmerz, aus Überleben, aus Liebe, aus einer Zeit, in der nur das möglich war, was damals zur Verfügung stand. Sie verdienen Würde. Und sie dürfen sich verändern, wenn das Licht anders durch die Scheiben fällt.

In der Mitte der  der Kuppel steht ein Fenster, beinahe leer. Es trägt kaum Farbe, kaum Bild, kaum Geschichte. Der Blick könnte daran vorbeigehen, weil dort so wenig zu sehen ist. Es fällt Licht hindurch. Ganz schlicht. Was für dich wirkt wie ein leeres Fenster wird zu einer Antwort für alle Bilder, die keine Erklärung braucht.


Was bleibt von einer Erfahrung, wenn ihre Bewertung den Griff verliert?


Die geführte Visualisierung Fensterbilder findest du auf YouTube sowie auf meiner Webseite.



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Andrea Tschanz

Schmerztherapie & Ganzheitliches Heilen

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