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Wenn Normalität entsteht, ohne gefragt zu werden

Schlammige Fussabdrücke auf hellem Fliesenboden zur offenen Tür; vorne liegen Kleidung und ein Rucksack, hinten geht eine Person im Bewegungsunschärfe.

Vielleicht hast du im letzten Blog gelesen, wie sich mein Verständnis von Handlungskompetenz über viele Jahre hinweg geformt hat. Wie sich der Blick Schritt für Schritt verschoben hat, hin zu einer inneren Orientierung, die aus Erfahrung entsteht. Dieser Text knüpft dort an.→ [Interner Link: https://www.schmerztherapie-andrea-tschanz.ch/blogHandlungskompetenz – Orientierung aus Erfahrung]

Durch meine Geschichte mit der unausgebildeten Hüfte wuchs ich in medizinische Abläufe hinein. Gipse, Schienen, Operationen, Heilungszeiten. Phasen des Liegens, Phasen des Aufrichtens. Der Körper reagiert, passt sich an, trägt weiter. Diese Bewegung wirkt bis heute und hat weiterhin Relevanz.

In meiner Geschichte beginnt vieles beim Laufen. Sehr früh. Dazwischen immer wieder dieselbe Ausrichtung: gehen lernen. Dieser Ablauf wiederholte sich über Jahre hinweg. Kaum hatte sich etwas stabilisiert, veränderte sich die Ausgangslage erneut. Wachstum brachte neue Eingriffe mit sich.


Laufen können war durchgehend gefordert. Eine unumgängliche Richtung der Normalität. Eine Erwartung, die Grundlage für vieles bildete, was Lebensperspektive bieten sollte. Schule, Alltag, Teilhabe. Bewegung wurde mit Dazugehören verbunden.

Hilfsmittel wurden kreiert, Dinge umfunktioniert. Ein Buggy-Gestell, umgebaut ohne Sitzfläche, an dem ich mich festhalten konnte, um vor Stürzen bewahrt zu werden. Gefolgt von Krücken. Später wieder Gipse und erneute Phasen im Bett.

Was über das Laufen gespiegelt wurde, wirkte weiter. Es ordnete ein, bewertete, setzte Maßstäbe. Aus einer Bewegung entstand ein Bezugspunkt für vieles, was das Leben selbst tragen sollte. Dieser Rhythmus prägte den Alltag stärker als einzelne Ereignisse. Er wurde vertraut als ein eigener Neubeginn.


Wann wird ein Weg vertraut?Erkennst du Momente, in denen es dir genauso gegangen ist?Wann wird aus Anstrengung Alltag?Wo bist du Vorgaben gefolgt, ohne zu prüfen, ob sie für dich tragen?Wurde auch bei dir Mehraufwand Teil dessen, was einfach dazugehört?

Bei mir formte sich mit der Zeit aus dieser Wiederholung eine Normalität. Kraftaufwand, Spannung, Schmerz begleiteten den Weg unbeachtet und blieben präsent. Etwas trägt. Also bleibt es gesetzt. Und manchmal wird daraus sogar ein Talent, das sich als Notausgang tarnt.


Als Ergebnis von Zeit entsteht eine eigene Normalität.

Welche inneren Bilder entstehen auf diesem Weg?Unterstützen sie Vorstellungen von Fähigkeit, Belastbarkeit und Zugehörigkeit?Welche Maßstäbe wirken weiter, auch dann, wenn sich das Leben verändert?

Diese Normalität wirkt auch im Außen. Persönlichkeit wird darüber eingeordnet. Über das Mithalten-Können.


Der Körper trägt all diese Ebenen zugleich. Medizinische Abläufe, soziale Erwartungen, innere Bilder. Über Jahre hinweg wächst daraus ein Gefüge, das sich geschlossen anfühlt. Handlung entsteht innerhalb dieses Gefüges. Entscheidungen orientieren sich an Tragfähigkeit. Der Blick richtet sich auf das, was möglich erscheint. Erfahrung wird zum inneren Kompass, begrenzt auf die Fähigkeit des Körpers. Das eigene Sein liegt unter Anforderungen und Zielbildern, die lange als selbstverständlich galten.

Mit zeitlichem Abstand öffnete sich eine langsame Verschiebung. Über drei Jahrzehnte hinweg hat mein Körper mehr getragen, als sichtbar war. Anpassung, Wiederaufbau und Weitergehen prägten diesen Weg. In dieser langen Dauer wuchs ein anderes Wissen. Ein Wissen um den eigenen Körper. Um seinen Wert. Um sein Geschenk jenseits von Begrenzungen.


Hier verbindet sich meine Geschichte mit der inneren Betrachtung. Dieser Blog lädt dazu ein, die eigene Normalität zu berühren. Dort, wo sie entstanden ist. Dort, wo sie wirkt. Dort, wo sich Orientierung neu formt.→ https://www.schmerztherapie-andrea-tschanz.ch/blog Links zu Instagram · Facebook · LinkedIn


Danke, dass du dir Zeit für diese Zeilen genommen hast. Vielleicht nimmst du etwas davon mit in die nächsten Tage. Der Weg geht weiter. Am nächsten Freitag folgt der nächste Text.

 
 
 

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Holografische Flügel in sanfter Bewegung, Symbol für Heilung und Transformation

Andrea Tschanz

Schmerztherapie & Ganzheitliches Heilen

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